Anne-Frank-Monat: Menschenrechte damals und heute

Zum ersten Mal hat sich das SZ-Vegesack am Anne-Frank-Tag beteiligt. Das Anne-Frank-Zentrum in Berlin organisiert seit 10 Jahren jeweils am 12. Juni – ihrem Geburtstag – den Anne-Frank-Tag. Bundesweit 843 Schulen nahmen diesmal am Anne-Frank-Tag teil, darunter fünf in Bremen.

Um möglichst vielen Auszubildenden die Teilnahme zu ermöglichen, haben wir aus dem Anne-Frank-Tag einen Anne-Frank-Monat gemacht und dafür einen Klassenraum ausgestattet.

Etwa 20 Auszubildende drängeln sich in einen 12 qm großen Raum, der mit schwarzen Vorhängen abgedunkelt ist. Sie sitzen auf Holzbänken. Es ist eng und auch ein bisschen stickig.

Sie sollen eine Minute still sein. Eine Minute, ohne miteinander zu sprechen. Für viele kaum auszuhalten. Eine Minute, die sich anfühlt wie zehn Minuten.

Die Fakten über Anne Frank liefert ein Film von „MrWissen2go“. Danach erzählen die Auszubildenden, was sie über Anne Frank und über die Zeit der Nazi-Diktatur noch aus der Schulzeit in Erinnerung haben. Viele haben einen Ausflug zum Bunker Valentin gemacht, einige waren im Konzentrationslager Bergen-Belsen. In Erinnerung haben sie in erster Linie ein bedrückendes Gefühl.

Viele Fragen werden gestellt: Warum hat Anne Frank nach und nach alle ihre Rechte verloren?
Warum durfte sie nicht mehr ins Kino, nicht mehr Fahrrad fahren, nicht mehr ins Schwimmbad?

Und warum musste sie sich mit ihrer Familie verstecken?

Die Auszubildenden sprechen über Menschenrechte, die ihnen heute das Grundgesetz garantiert.
Sie diskutieren darüber, wie sie selbst Menschenwürde, Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, Gleichheit vor dem Gesetz, Recht auf körperliche Unversehrtheit und das Recht auf freie Berufswahl verstehen.